Boxer – Mix „Maggie“

Hündin, kastriert, geb. 08.05.2014

Unsere Margret kam zu uns, da es mehrere Vorfälle mit Hunden und Menschen gab. Generell fällt es schwer bei ihr von einer absoluten Unverträglichkeit zu sprechen, da sie zu viele positive Eigenschaften mitbringt – unverträglich ist sie per se nicht!

Maggie ist eine erwachsene Frau, die weiß, was sie will, aber auch, was sie nicht will. Beim Angehen einer Leinenführigkeit hatten wir die eine oder andere Grundsatzdiskussion, da sie schlichtweg uneinsichtig war. Hier war Geduld und Spucke der Schlüssel zu Erfolg. Phänotypspezifisch hat sie eher einen „dicken Kopf“ als eine schäferhundartige „Will-to-please“ – Attitude. In ihrem Pass steht zwar drin, dass sie ein Boxer-Mix ist, aber in ihr steckt wahrscheinlich genau so viel Boxer, wie in dir und mir…

Zu eindeutig sind ihre Eigenschaften, die nun wirklich Pitbull-like sind. Dem entsprechend ist auch ihr Verhalten gegenüber fremden Hunden gewesen. Man kann nicht sagen, dass sie keine soziale Ader hat, wenn es um andere Hunde geht,  aber letztendlich hat sie immer entschieden, wer akzeptiert wurde und wer „weg sollte“. Hier sind die Defizite eher in der erzieherischen Qualität der Ursprungshalter zu suchen, als dem Tier einen „schlechten Charakter“ zu attestieren.

Maggie lernt mittlerweile schnell, ist sehr angepasst und weiß, was man tun muss, damit es keinen Ärger gibt. In unserer Hundegruppe und der Raufergruppe der Hundeschule ist sie ein unauffälliger Gast. Sie liebt Unternehmungen mit „ihren Menschen“ und kann auch hier immer ein offenes Ohr haben, wenn dieses eingefordert wird.

Stichwort „ihre Menschen“: Maggie sucht sich aus, wen sie in ihr großes Herz lässt und wenn diese Person erstmal drin ist, lässt sie diese auch nicht mehr raus. Ich hatte das Glück, dass ich wohl ganz gut in ihr Beuteschema passe, denn es gibt für sie nichts Größeres, als bei „ihrem Torben“ zu sein, zu knuddeln und wenn es sein muss, ihn stundenlang sehnsüchtig anzuschauen.

Was sich wie die Erfüllung jedes emotionalen Hundehalters anhört, hat aber auch eine Kehrseite der Medaille. Beschließt Maggie, dass ihr Mensch jetzt „nur für sie da zu sein hat“, wird sie auch tätig, wenn es Rivalen, Nebenbuhler oder irgendwelche Typen einfach wagen in die Nähe zu kommen. Man spricht dann von einer sozialmotivierten Aggression. Hier wäre es für die zukünftigen Halter elementar, dass man auch distanzierte zeitliche Etappen hat, damit dieses Verhalten erst gar nicht aufkeimt. Das fällt natürlich nicht so leicht, denn wenn der liebevolle, sich einbrennende Blick erstmal kommt, wird auch Herz und Hirn oft schwach.

Bzgl. fremder Menschen wäre es elementar die Verantwortlichkeiten im neuen Hausstand gleich von Anfang an klar zu stellen, damit der Hund nicht beschließt, dass der Besuch jetzt wieder zu gehen hat. Ist diese Diskussion erstmal mit ihr geführt, kann sie sich darauf gut einlassen und orientiert sich lieber an ihrem Halter, anstatt auf Stunksuche zu gehen.

An und für sich ist das alles ein 0-8-15 – Pitbull-Verhalten, bei dem jeder erfahrene Halter einen Riegel vorschiebt, damit es erst gar keine kniffligen Situationen gibt. Solche Leute suchen wir für sie – ernsthafte, erwachsene Menschen, die beim schmachtenden Blick nicht einknicken und ihr Regelwerk einfordern und durchsetzten. Andernfalls würde Maggie das eigene Regelwerk wieder aktiviert und die Umsetzung kontrollieren.

Man kann sagen, dass sie ein leichtführiger Hund ist und ihre „Ecken und Kanten“ hat man schnell abgeschliffen, wenn man das notwendige Quantum Ernsthaftigkeit ihr gegenüber hat.

Hier bitte nicht Konsequenz und Ernsthaftigkeit mit Härte verwechseln – Maggie ist super sensibel und ein „hau ab aus meiner Nähe“ wird bei Ihr immer mehr fruchten, als stumpfe körperliche Bestrafung – das ist nie der Weg!

Wir suchen für die süße Maus einen Haushalt, der sie nimmt wie sie ist und nicht, wie man es sich wünscht. Surreale Vorstellungen a la „kein Hund kommt böse…“ etc. sind absolut fehl am Platz – der Halter sollte wissen, was sie kann und machen würde. Als Einzelhund fühlt sie sich sicherlich am Wohlsten, kann jedoch auch einen souveränen Rüden an ihrer Seite haben (mittlerweile spielt sie sehr gerne mit ausgewählten Rüden). Bei Hündinnen ist sie eher eine eifersüchtige, südländisch tempramentvolle Frau, die selbst ein Streicheln als Fremdgehen empfindet – was dann passiert, kann sich jeder denken und es ist für die innerhäusliche Harmonie wirklich kontraproduktiv. Katzen, Meerschweine, Hamster, Farbratten u. ä. sind für sie keinen Haustiere, sondern „was zu essen“. Daher sollten diese im eigenen Haus nicht vorhanden, oder zu mindestens nicht zugänglich sein.

Sie ist stubenrein, fährt gerne Auto, ist abenteuerlustig und per se eine Frohnatur. Hat man einen stressigen Tag und die Gassierunde fällt schmaler aus, so nimmt sie das einem nicht krumm bzw. fängt nicht an zu nerven.

Maggie ist ein toller Hund, der es verdient hat anzukommen. Ihre Genetik steht ihr oft im Weg, aber sie gibt sich wirklich Mühe und die Erfolge im Erziehungsbereich überwiegen mittlerweile meilenweit die Defizite. Ihre unnachgiebige Verliebtheit für ihre Menschen lassen sie schnell zu einer emotionalen Besonderheit werden. Ich persönlich mag sie sehr, denn die abendlichen „wir gehen schlafen – Kuschelrituale“ sind das, was auch bei „blöden Tagen“ immer wieder ein helles Erlebnis ist.

Falls Sie Interesse, Fragen oder einfach Lust haben Maggie mal kennen zu lernen, können sie sich gerne melden unter info@hundeschule-mittelholstein.de oder telefonisch unter 0162/9224995.