Beagle „Bonso“

Rüde, intakt, geb. 09/2013, eingestuft als Gefahrenhund

Da die ganze Welt momentan nach der Rettung von Beageln schreit und alle Labortiere schon eine neue Bleibe gefunden haben, haben wir noch etwas für Beagel-Fans:

Der kleine Bonso wurde bereits im April 2017 an das Rendsburger Tierheim übergeben. Abgabegrund war eine Übergriffigkeit des Hundes gegen die Enkel der damaligen Besitzer. Im Nachhinein war die Aufnahme für das Tier „Gold wert“, denn bereits kurz nach der Ankunft war klar, dass dieser Vorfall keinen Unfall darstellte, sondern der kleine Hund tiefsitzendere Probleme hatte. Eigentlich hatte mehr die Umwelt ein Problem, als der Hund, denn Bonso weiß sowohl seine Intentionen, als auch seine Bedürfnisse so darzustellen, dass es auch die dummste Kuh auf der Weide versteht. Der kleine Mann hat sich einen einfachen Trick zu eigen gemacht – er beißt, wenn ihm was nicht passt. Fachleute reden hier von einer so genannten Statusaggression, was soviel heißen soll, wie „ich bin der König!“. Wie jeder selbsternannte Adlige lässt sich der Beagle leider relativ wenig von seinem Fußvolk befehlen, so fehlt ihm per se die Einsicht bei z. B. Futter teilen, Platz machen, Nein akzeptieren und allem anderen, was ihm gerade jetzt wichtig erscheint.

Da er ein Kind gebissen hat, hat ihn das Amt zu Recht als gefährlichen Hund eingestuft (somit ist ein Sachkundenachweis für das Halten erforderlich). Bereits 2018 hat Melek mit dem Hund gearbeitet und diesen durch den Wesenstest gebracht, den er bestanden hat. Zur Befreiung und Aberkennung der Gefährlichkeit ist somit „nur noch“ das tierärztliche Gutachten vor zu legen.

Der Beagle lebt seit Juli ´19 bei uns auf Pflegestelle und wir haben (egal wie doof es sich anhört) keinerlei Probleme mit ihm. Haben wir kontroverse Meinungen, ist der Maulkorb ein unerlässliches Hilfsmittel! Aber da es hier relativ harmonisch von statten geht, sind diese Kriesensituationen marginal geworden und er läuft zu 98% ohne Korb herum.

Das alles hört sich nun wirklich nicht positiv an, aber es ist halt nur ein Bruchteil der gezeigten Verhaltensweisen des Hundes. Nimmt man die 24 Stunden eines Tages als repräsentativ, so kann mit Recht behauptet werden, dass er 23 Stunden und 58 Minuten ein ganz unproblematischer Weggefährte ist. Er liebt es zu knuddeln und macht es auf charmante und niedliche Art und Weise deutlich, dass ihm danach ist. Auch kann man ihm fast jeden Quatsch beibringen, da er für Leckies so gut wie alles macht (außer teilen). Für einen Beagle eher untypisch, ist er abrufbar, leinenführig und weiß auch um die Bedeutung des Wortes „Nein“. Generell kann man ihn als sehr angenehmen Begleiter sehen, da weder „Pöbel an der Leine“, noch „Streit suchen mit anderen Hunden“ zu seinen Hobbys zählt und der 0-8-15 – Gassigang stets harmonisch verläuft.  Pauschal kann man sagen, dass er sich keinen Ärger sucht, sich aber auch nicht zu schade ist, seine „Argumentation“ im Konfliktbereich handlungsvoll zu gestalten.

Wir suchen für den kleinen Kerl „erwachsene Menschen“, die mit ein wenig Distanz zum Tier sehr zufrieden sind. Ein gemeinsames Knuddeln auf der Couch, schlafen lassen im Bett, permanente Streicheleinheiten etc. , etc. , etc. sind für ein unproblematisches Zusammenleben eher kontraproduktiv, da der kleine Prinz dann wieder zum Terror-König mutieren könnte.

Sein zukünftiges Heim sollte ein offenes Ohr für ihn haben, denn er expandiert sozial sehr schnell und der Schuß könnte nach hinten los gehen. Erkennt man dieses rechtzeitig, so ist er noch Gesprächsbereit und einsichtig.

Er ist zufrieden, wenn er in der Nähe seiner Halter sein kann, wahlweise auch mal seine Ruhephasen bekommt, wenn er es will und ohne zu viel Aufregung um seine Person durch den Tag kommt. Eigentlich ein sehr anspruchsloser Hund, der leider nicht dem „Lassie-Ideal“ entspricht und daher immer noch eine Bleibe sucht. Ich persönlich mag den charaktervollen Typen, den er ist niemand, der „everybodys darling“ sein möchte und viel entspannter ist, wenn man dieses beherzigt. Warum ihm seine ehemaligen Halter nie mit auf den Weg gegeben haben, dass es auch Grenzen gibt, ist nicht nachvollziehbar, aber es ist nun mal so, wie es ist. Hält man sich an lediglich 2-3 „Abmachungen“ und gibt ihm keine Plattform für seine Egozentrik, so hat man einen Freund mit dem man jeden Blödsinn machen kann, denn gemeinsame Unternehmungen sind für ihn „das Salz in der Suppe“.

Persönlich denke ich, dass es Zeit wird und er es verdient hat, einen Ort SEIN ZUHAUSE nennen zu dürfen –> also Beagle-Fans, wir haben hier ein Rasse-Exemplar, dass jeglicher Rassebeschreibung trotzt und trotz allem ein waschechtes Beaglechen darstellt. Wir würden natürlich bei der Eingewöhnung, dem Hundetraining und allen anfallenden Fragen kostenneutral zur Seite stehen.

Wer Lust hat den kleinen Kerl 1x kennen zu lernen, der kann sich bei den Mitarbeitern des Tierheim Rendburg (04331/4880) oder direkt bei Melek melden (0172/9010734).